Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt liegt im historischen Ortskern von Chammünster, einem Gemeindeteil der Stadt Cham im oberpfälzischen Bayern. Chammünster selbst liegt in der abwechslungsreichen Landschaft des Oberen Bayerischen Waldes nahe dem Fluss Chamb und bildet zusammen mit umliegenden Siedlungen wie Hof, Chameregg und Osterhofen ein strukturelles Gefüge ländlicher Gemeinden im Landkreis Cham. Die Kirche steht auf einem weitläufigen Friedhofsgelände, das sich durch historische Begrenzungsmauern und mehrere sakrale Bauten auszeichnet.
Die Ursprünge der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt reichen bis in das 8. Jahrhundert zurück, als Bayernherzog Odilo im Jahr 739 Land dem Domkloster St. Emmeram in Regensburg schenkte und Mönche die „cella apud chambe“ gründeten. Dieser Missionsstandort entwickelte sich zur Urpfarrei des oberen Bayerischen Waldes. Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört, umgebaut und erweitert, wodurch sich ein vielschichtiger überlieferter Baukörper herausbildete.
Architektonisch zeigt Maria Himmelfahrt ein Gefüge aus verschiedenen Epochen der Sakralbaukunst. Erhalten sind neben den Türmen auch frühmittelalterliche Taufsteine in romanischem und frühgotischem Stil, die die lange Nutzung des Gotteshauses dokumentieren. Bemerkenswert ist im Inneren ein spätmittelalterliches Fresko mit der Darstellung der Legende von den drei Lebenden und den drei Toten. Zusätzlich stehen auf dem Gelände die St.-Anna-Kapelle aus dem späten 14. Jahrhundert und ein mittelalterlicher Karner, der einst als Beinhaus diente.
Die Geschichte der Kirche ist eng mit der regionalen Entwicklung des christlichen Lebens im Bayerischen Wald verbunden. Aus dem frühen Missionsstandort wurde ein Zentrum kirchlicher Organisation im Dekanat Cham, eingebettet in den historischen Kontext der Oberpfalz und der Diözese Regensburg. Die Lage des Bauwerks zwischen natürlichen Flussauen, Waldlandschaften und historischen Ortsstrukturen zeigt die Verwurzelung sakraler Kultur in der oberpfälzischen Landschaft.