Der Graf-Tegernberg ist eine landschaftliche Erhebung im oberbayerischen Alpenvorland und liegt im Gemeindebereich von Münsing im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Er gehört zur eiszeitlich geformten Moränenlandschaft südlich des Starnberger Sees und fügt sich in eine Abfolge sanfter Hügelzüge ein, die das Bild dieser Region prägen. Seine Lage zwischen Seeufer und Voralpenrand macht ihn zu einem gut wahrnehmbaren Geländepunkt innerhalb des weitläufigen Naturraums.
Geologisch ist der Graf-Tegernberg Teil jener Ablagerungen, die während der letzten Kaltzeiten durch Gletschervorstöße und Schmelzwasserbewegungen entstanden sind. Die heute sichtbaren Höhenformen resultieren aus einer langen Phase der Verdichtung, Erosion und natürlichen Umgestaltung. Damit steht der Berg exemplarisch für die Entstehung des Alpenvorlands, das sich deutlich von den steileren Strukturen der weiter südlich gelegenen Gebirgszüge unterscheidet.
Historisch dienten Erhebungen wie der Graf-Tegernberg häufig als Orientierungspunkte im Landschaftsraum. In seiner Umgebung lassen sich Bezüge zu frühmittelalterlichen Siedlungs- und Nutzungsstrukturen herstellen, wie sie für den Raum um Degerndorf überliefert sind. Auf dem Gipfel befindet sich eine Kapelle, die in diesen historischen Zusammenhang eingebettet ist und einen eigenständigen kulturellen Bezugspunkt innerhalb der Landschaft darstellt.
In naturräumlicher Hinsicht ist der Graf-Tegernberg von offenen Wiesenflächen, kleineren Waldarealen und feuchten Senken umgeben, die gemeinsam ein vielfältiges Landschaftsgefüge bilden. Von der Höhe aus ergeben sich weite Blickbeziehungen über den Starnberger See, zu benachbarten Moränenzügen und in Richtung der Voralpen. Diese räumlichen Bezüge verdeutlichen die Funktion des Berges als verbindendes Element zwischen unterschiedlichen Landschaftsräumen des südlichen Alpenvorlands.