Die Maria-Dank-Kapelle auf dem Fürst-Tegernberg bei Degerndorf ist ein kleiner Sakralbau der Gemeinde Münsing im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Sie steht auf einer rund 719 Meter hohen Endmoräne östlich des Starnberger Sees und erhebt sich weithin sichtbar über dem Ort. Durch ihre exponierte Lage auf dem Moränenrücken bildet die Kapelle einen markanten Punkt im Landschaftsbild des bayerischen Alpenvorlandes. Der Standort verbindet religiöse Bedeutung mit einer topografisch hervorgehobenen Position, die den Baukörper klar vom umliegenden Gelände absetzt und ihm eine besondere Präsenz verleiht.
Die Entstehung der Maria-Dank-Kapelle geht auf ein Ereignis im Dezember 1944 zurück, als ein britischer Bomber über dem Gebiet nahe Degerndorf explodierte. Trotz herabfallender Trümmer blieb der Ort weitgehend unversehrt. Aus Dankbarkeit über das glimpfliche Ende gelobten die Bewohner den Bau einer Kapelle zu Ehren der Gottesmutter Maria. Nach Kriegsende wurde das Vorhaben umgesetzt, wobei auch wiederverwendete Materialien zum Einsatz kamen. Die Einweihung erfolgte am 23. Mai 1948 und begründete den bis heute gebräuchlichen Namen der Kapelle als Ausdruck des Dankgedankens.
Architektonisch zeigt sich die Maria-Dank-Kapelle als schlichter Bau in traditioneller Formensprache. Der kompakte Baukörper mit Satteldach und kleinem Dachreiter fügt sich in die regionale Bautradition ein, ohne repräsentativen Anspruch zu erheben. Der Innenraum ist einfach gehalten und auf einen zentralen Marienaltar ausgerichtet. Bewusst wurde auf aufwendige Ausstattung verzichtet, sodass der Charakter eines Andachtsraumes im Vordergrund steht. Die reduzierte Gestaltung unterstreicht die Entstehungsgeschichte und verleiht dem Bau eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre.
Seit ihrer Weihe ist die Kapelle ein Ort regelmäßiger Andachten und traditioneller Bittgänge. Besonders in den Monaten von Mai bis Oktober finden wiederkehrende Gebetstreffen statt, die an das ursprüngliche Gelöbnis erinnern. Die Maria-Dank-Kapelle auf dem Fürst-Tegernberg ist damit nicht nur ein bauliches Zeugnis der Nachkriegszeit, sondern auch Ausdruck gelebter Frömmigkeit in der Region Münsing. Ihre Geschichte verbindet lokale Erinnerungskultur mit religiöser Praxis und macht sie zu einem bedeutenden Kleinod im südlichen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.