Die Erdfunkstelle Raisting liegt auf einem leicht erhöhten Gelände südlich des Ammersees im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Sie befindet sich inmitten offener Felder und landwirtschaftlich genutzter Flächen, die das voralpine Hügelland prägen. Die Region ist von sanften Hügeln und kleineren Waldinseln durchzogen, was die Erdfunkstelle weithin sichtbar macht. Nahegelegene Ortschaften wie Raisting, Pähl und Dießen am Ammersee bilden die örtliche Nachbarschaft und den kulturellen Bezugspunkt der Anlage.
Die Einrichtung entstand Anfang der 1960er-Jahre im Zuge der Etablierung kommerzieller Satellitenkommunikation in Deutschland. Sie wurde geplant, um Telefon‑ und Fernsehverbindungen über Nachrichtensatelliten zu ermöglichen und setzte früh auf moderne Paraboltechnik. Der Bau begann 1963, und 1965 nahm die Station den regulären Betrieb auf. Damit gehörte sie zu den ersten Anlagen in Europa, die den internationalen Funkverkehr über Satellit realisierten.
Das technische Herzstück der Erdfunkstelle ist das markante Radom, eine kugelförmige Halle, die die 25-Meter-Parabolantenne vor Witterung schützt. Zusätzlich befinden sich auf dem Gelände mehrere weitere Antennen und kleinere Bauwerke für Betriebszwecke. Über zwei Jahrzehnte hinweg diente die Station der Übertragung von Fernsehsendungen, Telefonaten und wissenschaftlichen Projekten. Seit der Stilllegung 1985 ist das Radom ein Denkmal der technischen Entwicklung im Bereich Satellitenkommunikation.
Heute ist die Erdfunkstelle Raisting ein Industriedenkmal, das von einer gemeinnützigen Organisation betreut wird. Das Gelände ist für die Öffentlichkeit eingeschränkt zugänglich, dient aber als Bildungs- und Forschungsobjekt. Die weithin sichtbaren Anlagen vermitteln einen Eindruck der Pionierleistungen der Telekommunikationstechnik und verknüpfen die technische Geschichte mit der landschaftlichen Umgebung des Ammersee‑Raums.