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Kroisbacher Weingebirge


Sopron

Das Hügelland östlich von Sopron zwischen Balf (dt. Wolfs) und Fertőrákos (dt. Kroisbach) bildet den westlichen Rand des Neusiedler Beckens. Dieses 360°-Panorama zeigt die Weinlandschaft dieses Übergangsraums, der geomorphologisch zur Sopron–Fertőrákosi-dombság gehört. Das kalk- und lössgeprägte Hügelland reicht bis an den Schilfgürtel des Neusiedler See (ung. Fertő) und vermittelt zwischen Alpenvorland und pannonischem Tiefland. Die klar gestuften Geländelinien verdeutlichen die naturräumliche Gliederung zwischen Stadtgebiet, Weinbergen und Uferzone im Komitat Győr-Moson-Sopron.

Historisch wurde dieser Abschnitt des Weinbaulandes im deutschsprachigen Westungarn als Kroisbacher Weingebirge oder als Teil des Ödenburger Weingebirges bezeichnet. Die Entwicklung ist eng mit der Geschichte Soprons verbunden, das seit der Römerzeit als regionales Zentrum bestand. Mittelalterliche Quellen belegen Weinbau, Besitzrechte und kirchliche Grundherrschaften in den Hanglagen. Grenzveränderungen des 20. Jahrhunderts verschoben die staatliche Zugehörigkeit, während Wirtschaftsbeziehungen erhalten blieben. Die Fehér út, auch Weiße Straße genannt, erschließt seit Jahrhunderten die Rebflächen und prägt bis heute Struktur und Erschließung dieses Weinbaugebiets.

Die Landschaft der Sopron–Fertőrákosi-dombság zeigt ein Mosaik aus Rebhängen, Trockenrasen und kleineren Waldflächen. Das Klima des Neusiedler Beckens mit warmen Sommern und relativ geringen Niederschlägen begünstigt den Weinbau nachhaltig. Zugleich wirkt der nahe Neusiedler See temperaturausgleichend und schafft eigenständige Mikroklimata in den Hanglagen. Entwässerungsgräben führen in den ausgedehnten Schilfgürtel, der als ökologisch sensibler Übergangsraum gilt. Die offene Topografie ermöglicht weite Sichtbeziehungen über das Seebecken in den Seewinkel und nach Norden zur Parndorfer Platte.

Architektonisch spiegelt sich die lange Weinbautradition in Kellerzeilen, Presshäusern und Wirtschaftsgebäuden am Rand von Sopron wider. In Balf und Fertőrákos finden sich barocke und klassizistische Wohnhäuser, die den kulturellen Austausch im Grenzraum dokumentieren. Naturstein aus lokalen Vorkommen wurde traditionell für Mauern und Terrassierungen genutzt und prägt das Erscheinungsbild der Hänge. Wegkreuze und kleinere Kapellen markieren historische Flurgrenzen und verdeutlichen die Verbindung von Siedlung, Landwirtschaft und religiösem Leben. So entsteht ein Kulturlandschaftsraum, der die siedlungs- und wirtschaftsgeschichtliche Entwicklung des westlichen Ungarns anschaulich nachvollziehbar macht.

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Land:Ungarn
Region:
Komitat:Győr-Moson-Sopron
Bezirk:Sopron
Ort:Sopron
Objekt:Kroisbacher Weingebirge
Position:47° 40' 18.35" N, 16 39' 46.80" O
GPS:47.671765, 16.663000
Datum:25.08.2019
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