Ranshofen ist ein Ortsteil und Katastralgemeinde der Stadt Braunau am Inn im oberösterreichischen Bezirk Braunau, eingebettet im historischen Innviertel nahe dem Grenzraum zu Bayern. Geografisch erstreckt sich das Ortsgebiet auf etwa 17,5 km² und liegt auf rund 380 Meter Höhe über dem Meer, im Einzugsbereich des Flusses Inn sowie entlang von Verkehrsachsen, die Ranshofen mit der Kernstadt und benachbarten Gemeinden verbinden. Mit mehreren eigenen Ortsteilen bildet Ranshofen einen der größeren Siedlungsschwerpunkte außerhalb des Braunauer Stadtkerns.
Die Geschichte von Ranshofen reicht weit ins Frühmittelalter zurück: Erstmals 788 als herzoglicher Hof „Rantesdorf“ urkundlich erwähnt, entwickelte sich der Ort aus einer karolingischen Königspfalz zu einer kirchlich geprägten Siedlung mit eigenem Augustiner-Chorherrenstift im Hochmittelalter. Die Pfarre und das Kloster prägten über Jahrhunderte das geistige und kulturelle Leben vor Ort. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Stiftskirche mehrfach Umbauten und barocke Ausgestaltungen, die sich bis heute im Ortsbild erhalten haben.
Das Landschaftsbild um Ranshofen ist durch die Nähe zum Inn und naturnahe Waldgebiete gekennzeichnet, darunter der Buchenwald Ranshofen, ein geschütztes Areal mit Auwaldformen und vielfältiger Vegetation am Ufer der Enknach. Diese natürlichen Räume fügen sich in das wellige Relief des Innviertels ein und bilden Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, während zugleich ein Netz von Wegen und lokalen Straßen die Ortslage mit den Nachbarorten und der Braunauer Kernstadt verknüpft.
Architektonisch spiegelt Ranshofen seine historische Entwicklung wider: Neben der Pfarrkirche mit gotischen und barocken Elementen prägen ländlich geprägte Wohn- und Dorfstrukturen das Ortsbild. Die Umnutzung historischer Klosterbereiche, wie im Schloss Ranshofen, zeigt den Wandel kirchlicher Bauten zu kommunalen Funktionen. Gleichzeitig lassen ehemalige Wirtschaftsbauten aus vergangenen Jahrhunderten, etwa die einstige Schlossbrauerei, Rückschlüsse auf frühere lokale Produktions- und Wirtschaftsformen zu.