Raisting ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und Teil der Kulturlandschaft des Pfaffenwinkels. Der Ort liegt auf rund 550 Meter Höhe südlich des Ammersees und gehört naturräumlich zum voralpinen Hügelland Oberbayerns. Die Umgebung ist von sanft gewellten Moränenflächen geprägt, die während der letzten Eiszeit entstanden sind. Mehrere Gemeindeteile wie Sölb, Stillern, Ertelmühle und Rothbad verteilen sich über das Gemeindegebiet und bilden eine kleinteilige, ländlich geprägte Siedlungsstruktur.
Die Geschichte Raistings reicht bis in die Vor- und Frühgeschichte zurück, was archäologische Funde aus der Bronzezeit belegen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 776 im Zusammenhang mit dem Kloster Schlehdorf. Im Mittelalter gehörte Raisting zum Landgericht Landsberg und entwickelte sich als Hofmark mit wechselnden Grundherren, darunter die Klöster Dießen und Wessobrunn. Mit der Verwaltungsreform des 19. Jahrhunderts entstand die heutige politische Gemeinde im Königreich Bayern.
Die Landschaft um Raisting ist durch offene Wiesenflächen, Ackerland und kleinere Waldzüge geprägt, die das voralpine Hügelland gliedern. Charakteristisch ist die Raistinger Wanne, ein eiszeitlich geformter Talraum zwischen Ammersee und Alpenrand, der das Gelände sanft nach Süden ansteigen lässt. Raisting ist über regionale Straßen sowie die Bahnstrecke Mering–Weilheim, auch Ammerseebahn genannt, an das regionale Verkehrsnetz angebunden.
Das Ortsbild von Raisting ist durch dörfliche Bebauung mit Einzelhöfen, Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Anwesen gekennzeichnet. Ein zentrales Bauwerk ist die Pfarrkirche St. Remigius, deren barocke Ausstattung auf eine lange kirchliche Tradition verweist. Überregional bekannt ist die Satelliten-Erdfunkstelle Raisting mit ihrem markanten Radom aus den 1960er-Jahren und den weithin sichtbaren Satellitenschüsseln, die das Gelände prägen. Die Anlage dokumentiert Raistings Bedeutung in der frühen Entwicklung der Satellitenkommunikation in Deutschland.